Hintergründe und Nützliches

Warum sind Rechte Sticker/Tags ein Problem?
Aufkleber und Graffiti sind eine niedrigschwellige Methode, um Rechte Ideologie im öffentlichen Raum zu verbreiten. Auch diese Form der Propaganda ist darauf ausgelegt, Vorurteile zu verstärken, Feindseligkeiten zu schüren und bestimmte Gruppen herabzuwürdigen.
Oft sind die Botschaften subtil und zielen darauf ab, bestimmte Aussagen oder Bilder schleichend zu normalisieren. Im Alltag lesen viele Menschen die Aufdrucke nur im Vorbeigehen, nehmen sie kaum oder nur unbewusst wahr. Das ist allerdings kein Nachteil dieser Propagandaform, sondern Kalkül: Die unbewusste Gewöhnung an die Inhalte – und damit eine Form der Normalisierung – ist so besonders effektiv.
Andere Motive wiederum sind auffällig, offen provokant und/oder dienen der Einschüchterung. Etwa wenn sie absichtlich, meist ohne das Wissen der Inhaber*innen, in und an Räumen angebracht werden, die von bestimmten Target-Groups genutzt werden.
Beispiel: „Wir müssen draußen bleiben“ – Rassistischer Sticker, angebracht an Außenwänden von Restaurants und Läden der Innenstadt
Mithilfe von Aufklebern und Tags kann es schon wenigen, aktiven Einzelpersonen gelingen, das „Stadtbild“ zu verändern und den Eindruck zu erwecken, es handle sich bei den Aussagen um Mehrheitsmeinungen. Das Ziel: die Gesellschaft einzuschüchtern und den Diskurs rechts verschieben.
Oft fallen die Sticker Personen, die nicht zur Target-Group gehören, kaum auf. Angesprochene, meist marginalisierte Gruppen wie Geflüchtete oder Mitglieder der LGBTQ*-Community, sind häufig bereits eingeschüchtert und können/möchten sich dem Risiko, die Sticker selbst zu entfernen, oft nicht aussetzen. Das Gefühl, nicht willkommen zu sein, bleibt.
Zusätzlich zur Dokumentation ist es deshalb wichtig, als breite Zivilgesellschaft aktiv zu werden und Rechter Propaganda im öffentlichen Raum frühzeitig entgegenzuwirken.